Theaterfestival 2025 "ungeheuer"

Den Auftakt des Festivals bildete am 24.9.2025 der Tag der offenen Tür mit Gesprächen, Mitmachaktionen und Einblicken in die Vereinsarbeit am Neuberinhaus. Neugierige erhielten bei Führungen durch das Haus Einblicke hinter die Kulissen, während Vereine und Gruppen die Vielfalt des regionalen Kulturlebens präsentierten. Besucher:innen konnten unter anderem die Münzsammlung des Numismatischen Vereins entdecken, in die vogtländische Spitzenkunst der Klöppelgruppe eintauchen oder in der Malwerkstatt Mach-Art kreative Techniken kennenlernen. Der Fremdenverkehrsverein „Nördliches Vogtland“ zeigte Impressionen aus der Region, während die Kunsthalle Vogtland zum Drucken verschiedener Motive einlud. Das Neuberin Ensemble lud zu Begegnungen mit der „Neuberin“ und „Kaiser Wilhelm II.“ ein, und musikalische sowie tänzerische Beiträge – vom Frauenchor über die Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach bis hin zum Irish Set Dance – sorgten für ein abwechslungsreiches Programm im gesamten Haus. Höhepunkt des Abends war das Straßentheater „Pandoras Kitchen“ vom Figurenkombinat – eine schmackhafte, überraschende Krisenrevue rund um die Übel der Welt, ihre sagenhafte Herkunft und unsere Möglichkeiten, ihnen zu begegnen. Zwischen Kochtopf und Katastrophe wurde um 20 Uhr gemeinsam auf der Weinholdstraße vor dem Neuberinhaus gelacht, gestaunt und schließlich gegessen – ein Auftakt voller Witz, Wärme und gemeinschaftlichem Erleben.

Weiter ging es am Freitag, den 26.9., um 19:30 Uhr mit „Blaubarts Burg – Klänge der Einsamkeit“, einem dokumentarischen Musiktheater mit der Musik von Béla Bartók, das dem Publikum die Innenwelt eines Mannes öffnete, der an seiner Einsamkeit fast zerbrach. Das Stück machte auf berührende Weise sichtbar, wie lähmend das stille Ungeheuer der Isolation im Alter sein konnte.

Mit Humor traute sich das Neuberin Ensemble an das Festivalthema. Unter der Regie von Sabine Maria Schoeneich brachte es mit „Der Brandner Kaspar und das ewig’ Leben“ eine beliebte Volkskomödie auf die Bühne: Der Brandner überlistete zwar den Tod, doch das wirkliche Ungeheuer war der Schmerz über den Verlust eines geliebten Menschen. Premiere feierte die Inszenierung am 27.9. um 19:30 Uhr. Weitere Aufführungen konnten am 4.10. um 19 Uhr und am 18.10. um 19:30 Uhr im Neuberinhaus besucht werden.

Für junge Zuschauer:innen erzählte „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler, gespielt von der Kinderwerkstatt des Greizer Theaterherbstes, am 28.9. um 10 Uhr von Mut, Freundschaft und der Frage, was es hieß, gut zu sein – ein fantasievoller Zugang zu Hexen und Märchenwesen, die nicht nur Angst machten, sondern auch inspirierten. Der Sonntag bot mit der dokumentarischen Produktion „ELLI – Seelenlose Seelsorge“ eine weitere Inszenierung zum Festivalthema. Das Brachland Ensemble nahm um 17 Uhr die Angst vor einer entmenschlichten Zukunft ins Visier. KI-Begleiter, digitale Einsamkeit und die Gefahren von Machtmissbrauch standen im Zentrum einer Dystopie, die längst Realität geworden war.

Einen poetischen Kontrapunkt setzte am 30.9. um 19 Uhr das Puppentheater Zwickau mit „Der Erlkönig – 360° Virtual Puppetry“. In einer immersiven VR-Erfahrung begegneten Zuschauer:innen einem der ältesten Ungeheuer der Literatur – dem unerklärlichen, inneren Grauen.

Mit einer Adaption von „Frühlings Erwachen“ hinterfragten die 12-Klässler:innen des Goethe-Gymnasiums Reichenbach am 2.10. um 19 Uhr gesellschaftliche Normen und die Angst junger Menschen vor Zurückweisung, Unverstandensein und Schuld. Hier wurde deutlich: Ungeheuer verbargen sich nicht nur in Märchen, sondern entstanden auch im Schweigen.

Das Netzwerktreffen Amateurtheater mit der Gläsernen Theaterwerkstatt öffnete am 4.10. ab 14 Uhr den Raum für Austausch, Reflexion und Zukunftsvisionen, bevor mit „KRABAT“ von Wilde & Vogel ein düster-magisches Theatererlebnis den Festivalbogen zum Theatersonntag am 5.10. um 17 Uhr schloss. Mit Puppen, Masken und Musik wurde die Geschichte des Lehrlings in der Mühle des Schwarzen Meisters erzählt – zwischen dunkler Macht und erster Liebe, zwischen Ohnmacht und Widerstand.

 

Programm

24.9. // 20 Uhr - Pandoras Kitchen // Figurenkombinat
26.9. // 19.30 Uhr - Blaubarts Burg // Regie: Jeffrey Döring
27.9. // 19.30 Uhr - Der Brandner Kaspar // Neuberin Ensemble
28.9. // 10 Uhr - Die kleine Hexe // Kinderwerkstatt Greizer Theaterherbst
28.9. // 17 Uhr - ELLI - Seelenlose Seelsorge // Brachland Ensemble
30.9. // 19 Uhr - 360° Virtual Puppetry // Der Erlkönig

2.10. // 19 Uhr - Frühlings Erwachen // Goethe Gymnasium Reichenbach
4.10. // 14 Uhr - Netzwerk Amateurtheater // Abschlussveranstaltung
5.10. // 17 Uhr - Krabat // Wilde & Vogel


Wir danken unseren Kulturbotschaftern & Förderern:

Das Theaterfestival „ungeheuer“ wird gefördert durch die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalt. Das Projekt Netzwerk Amateurtheater wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über das Bundesprogramm Ländliche Entwicklung und Regionale Wertschöpfung (BULEplus) gefördert. Die Produktion ELLI wird unterstützt durch das NATIONALE PERFORMANCE NETZ Gastspielförderung Theater, gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, sowie den Kultur- und Kunstministerien der Länder. Die Produktion Der Brandner Kaspar und das ewig‘ Leben wird gefördert durch die Stadt Reichenbach im Vogtland.

25 Logoleitse Förderer
Ein großer Dank gilt unseren Kulturbotschaftern:

25 Logoleitse Kulturbotschafter


 

Projektzeitraum:

24. September 2025 bis 5. Oktober 2025

Dokumentation:

Carsten Steps & Markus Burkhardt

Programmheft

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